Freitag, 10. Februar 2017

Neuer Bugsprit war auch noch angesagt

Eigentlich sollte der alte Bugsprit noch etwas halten, aber der Rost wurde immer schlimmer, sodass wir auch diesen Kostenposten noch bewilligt haben.
Der neue Bugsprit sollte auch Edelstahl sein (nicht hochpoliert) ,  so dass er in blau gespritzt werden kann. Dies passt besser zur Optik, und das Polieren des fast 1,8 Meter langen Teils ist eben kein Vergnügen (bin eh kein Freund davon), man kommt nicht richtig an alle Stellen dran.




Eine neue Cockpitüberdachung gabs auch noch. Sie wurde unter anderem am Besanmast befestigt, kann somit beim Segeln nicht verwendet werden, aber schützt ideal bei Sonne am Liegeplatz.
Fürs Segeln gibt es eine eigene Plane als "Kopfschutz"


So sieht es jetzt aus- fast wie neu



Und so sah es nach Fertigstellung aus

 

 

 

 

Cockpit neu

40 Jahre gehen an dem besten Holz nicht spurlos vorbei, vor allem wenn es nicht richtig gepflegt wird. Der Voreigner hatte zwar sehr dickes und gutes Holz verwendet, aber an vielen Stoßstellen war das Holz morsch.
Lange hat es gedauert einen Schreiner vor Ort zu finden der sich an diese Arbeit traute. Hier auf Kreta gibt es viele Arbeitslose, aber den richtigen Handwerker zu finden ist ein Kunststück.

November 2016 war es soweit. Wir mussten das Teak in Athen kaufen, weil der Schreiner es nicht vorstrecken kann- kein Geld!
Alles morsche Holz wurde beseitigt, es sah aus wie nach einem Totalschaden.

Freitag, 3. Februar 2017

Motor passt, schon mal sehr beruhigend

Millimeterarbeit. Damit die sonstigen Versorgungsleistungen noch Platz haben, musste am Holz im Motorraum zwischen Innenraum unter der Pantry und Außenwand noch kräftig Holz entfernt werden, aber es hatte eh keine stabilisierende Funktion. Da der neue Motor ohne Zündschlüssel auskommt, sondern nur mit Taster gestartet wird, war auch eine neue Verlegung des Steuer- und Instrumentenkabels notwendig, was sich in einem verbauten Boot nicht so einfach darstellt, einige neue Durchführungen für das dicke Kabel waren notwendig.

 Vom Heck

 Von Innen

 Edelstahltanks gereinigt und mit neuen Anschlüssen versehen.

Schweres Gerät war angesagt


Links neuer Volvo, rechts alter Yanmar


Bilge komplett gereinigt und mit Bilgenfarbe gestrichen


Da sind wohl noch ein paar alte Kabel und Strippen Zuviel!


Normaler Diesel oder mit Turbo

Bei unserem letzten Törn hatten wir schon festgestellt, das der alte Yanmar 3GM30 mit seinen 28 PS etwas schwach ist bei Gegenwind und Welle für unsere 10 t schwere Solveig, da bewegt sich nichts. Bei Flaute alles kein Problem . Auch im Hafen und schwierigen Manövern , und dies bei dem extremen Langkieler, fehlt die Schubkraft und somit Wendigkeit.

Der Nachbarlieger konnte den Motor gebrauchen, und wir waren uns schnell einig.

Ich hätte gerne einen neuen Yanmar mit 75 PS genommen, aber der Motorblock passte nicht ins Schiff,  Guter Rat ist gefragt, aber nicht so einfach eine aussagekräftige Meinung bei den verschiedenen Herstellern zu finden. Die meisten Turbos gehen kaputt weil sie zu lange stehen und zu wenig gefahren werden, das wurde mir von vielen bestätigt. Unter 300 Stunden/Jahr wurde vom Turbo abgeraten.
Aufgrund der vorgegeben Maße passte nur ein Volvo Penta D2 55F mit 55 PS rein. Mit Turbo hätte der Volvo D2 auch 75 PS, habe aber aufgrund der geringen Laufzeit darauf verzichtet.

Nun steht er in der Werkstatt und wartet auf den Einbau! Hoffentlich passt er rein !
Aber bis zum Einbau sind noch viele vorbereitende Arbeiten notwendig, Bilge reinigen , schleifen und streichen.
Die 2 x 200 Liter- Tanks komplett ausbauen und reinigen, zusätzlich optische Tankanzeigen montieren.

Nun auch mal wieder Segeln

Im Mai 2017 sind wir wieder für 4 Wochen in die Kykladen. Es gibt so viele schöne Ecken in diesen Inseln die wir bisher noch nicht erkundet haben.

Anfang Mai sind wir wieder früh morgens , diesmal mit neuem Motor , Richtung Anafi gestartet. Bei 6 Knoten unter Motor ohne Wind und Welle , waren die 65 sm in ca 10 Stunden geschafft. Kurz vor Sonnenuntergang haben wir den Anker auf 4 m fallen lassen.


Nachfolgend einige Bilder von unsern verschiedenen Plätzen aus den Kykladen





Donnerstag, 3. November 2016

18.09.16

Alles nur nette Leute um uns herum !

Nachdem der Motor lief , konnte ich mich dem Dieselaustritt widmen. Wie konnte nach der Überfahrt soviel Diesel im Cockpit stehen?
Und warum schmeckte plötzlich unser Wasser (2x200 Liter-Tank) auch nach Diesel?

Ursache:

Bei der extremen Schräglage nach Amorgos floss über einen zusätzlichen Entlüftungsschlauch des Dieseltanks Wasser ins Cockpit und in die BB Backskiste (das Ende war natürlich zu niedrig gelegt) . Den Entlüftungsschlauch hatte ich mir vor Abreise legen lassen, um abzulesen wieviel Diesel ich noch im Tank habe, denn es gibt sonst keine Anzeige dafür.
In der Backskiste lag allerdings auch ein alter Entlüftungsschlauch vom Wassertank der nicht verschlossen wurde, denn wir hatten ja einen neuen gelegt.

Und so hatte ich Diesel im Frischwassersystem- Riesensauerei, und wie bekommt man das weg?

Unter diesen Umständen haben wir uns entschlossen am nächsten Tag mit Zwischenstop auf der Insel Anafi nach Kreta zurück zu segeln.

19.09.2016

Bei absoluter Flaute sind wir mit Motor , er funktionierte einwandfrei ,nach Süden Richtung Anafi gestartet.
Nach ruhiger Überfahrt fiel der Anker an der Südküste in den weichen Sand vor dem kleinen Ort Petradhia.

 Ankerplatz vor Petradhia


 Frisch gefangen für 20,- Euro








 Überfahrt nach Anafi





20.09.2016

5 Uhr Anker hoch um die ca 70 sm nach Kreta zu bewältigen. Es war Wind 5, in Böen bis 7 genau aus Nord angesagt, eigentlich gute Voraussetzungen.

Nach ca 5 sm Richtung Kreta, die ersten höheren Wellen kamen schon von hinten, kam die Genua vom Mast, der Schäkel hat sich wohl gelöst.
bei dem Wind und  Seegang , dann zu zweit  alleine war an eine Reparatur nicht zu denken.

So mussten die die ganze Strecke ohne Genua, nur mit Groß und Besan bewältigen. Die Pinne wurde schwer beansprucht , und es war ein anstrengendes Segeln, zumal der Wind und die Welle stärker wurde.

23 Uhr Abend haben wir die Marina glücklich erreicht, und haben am nächsten Morgen etwas länger geschlafen

Ein schöner Törn und viel Erfahrung gesammelt
Am nächsten Morgen sprang der Motor einwandfrei an, und zwar immer wieder. Beim Motorcheck ist mir nichts aufgefallen.

Also nicht nach Kreta in den Heimathafen sondern nach NO Richtung Naxos, oder in die kleinen Kykladen. der Wind kam aus NW , also richtig um schön ins nächste Ziel zu segeln. Um die Südspitze von Ios mit Motor und dann mit voller Besegelung Richtung Naxos.

Der Wind wehte auch ca 4 Stunden aus NW und drehte später auf NNO, sodass wir unser Ziel neu festlegen mussten.
Neues Ziel die kleine Insel Amorgos, noch ca 2 Stunden segeln sehr hart am Wind , ohne Motorunterstützung hätten wir das Ziel "Ankerplatz Westküste Amorgos" nicht erreicht .

 Ankerplatz Westküste Amorgos


 Nach 3 Tagen vor Anker gab es erste Freundschaften!


Kurz nach dem Bergen der Segel -natürlich wieder bei Welle und Wind 5, kam der Motoralarm wegen Überhitzung. Mit dem Großsegel sind wir noch gerade um das Cup in ruhigeres Wasser gekommen. Wieder mal viel Glück gehabt, die Felsen und Untiefen waren in nächster Nähe.

Mit ganz schwacher Motorunterstützung sind wir dann doch noch zum Ankerplatz gekommen. Ein herrlicher Ankerplatz, nur ein paar kleine einsame Fischerboote, aber mit kaputtem Motor.

Nachdem der Anker gefallen war, habe ich den Motorraum geöffnet. Das ganze Cockpit war voller Diesel,(wo kam der her ?) und in der Motorkühlung war kein Wasser mehr.
Am Nachmittag kam noch ein sehr netter  deutscher Segler an den Ankerplatz (Zufälle gibt's!), er half mir den Fehler zu lokalisieren. Die Welle der Wasserpumpe war wohl gebrochen und schlabberte im Keilriemen, da konnte kein Wasser drin bleiben.


15.09.2016

Den Dieselverlust konnten wir nicht mehr klären , es wurde dunkel.
Eine fast schlaflose Nacht in schönster Umgebung hatten wir hinter uns.

Was tun ?
Ersatzwasserpumpe hatte ich nicht (sollte man aber haben!). Nächster Dorf 15 sm entfernt.

ich überlegte bei entsprechender Windlage aus Nord in einem Rutsch nach Kreta zu segeln, evtl Zwischenstopp auf Anafi. Großer Schlag für Anfänger und dann ohne Motor.

16.09.2016

Aber der Wetterbericht spielte nicht mit, Flaute oder sogar Wind aus Süd. Wir genießen den herrlichen Ankerplatz .

17.09.2016

Über viel telefonieren mit meinen bekannten in Kreta und auf Amorgos, entschieden wir uns in die Stadt Katapola von Amorgos schleppen zu lassen.
Nico aus Kreta besorgte mir eine neue Pumpe und ließ sie aus Athen nach Amorgos senden. Udo von Kreta versuchte einen Techniker auf der Insel ausfindig zu machen. Touristen aus Deutschland schafften es über einen Deutschen in Amorgos ein Schifferboot ausfindig zu machen, welches uns am nächsten Morgen nach Katapola schleppte und fachgerecht vor der besten Taverne festmachte.



 Abschleppdienst auf See, 200,- Euro für 3 Stunden, anstatt 250,- Euro auf Santorin für 10 Minuten!!




 ...besser kann man nicht liegen


 Abendessen mit Blick auf Solveig
neue Wasserpumpe ist eingetroffen
Santorin  vom Wasser aus hat auch seinen Reiz.

wir fahren weiter unter Motor an die Westküste von der Insel Ios. In der herrlichen einsamen Bucht (wir waren die Einzigen)von Milopotamou lassen wir auf 6 Meter in kristallklarem Wasser den Anker fallen. Schwimmen, Sonnenuntergang pur ist angesagt.

12.09.2016

Weiter nach Norden in den Stadthafen von Ios. Erstes Anlegemanöver mit Heckanker steht bevor, denn mit dem Heck zur Pier war mir bei  dem 3-4 er Wind bei meinem Langkieler zu heikel.
Also ca 25 Meter vorher Heckanker über Bord geschmissen, allerdings war der Wind stärker, sodass wir längsseits  anlegen mussten, Gottseidank war genug Platz.
Der Heckanker lag nun irgendwo im Hafenbecken, und es sollte sich am nächsten Tag noch als Vorteil erweisen.

10 Meter von der nächsten Taverne entfernt  ließ sich der Abend gut aushalten.

13.09.2016

Tagesziel Südküste Naxos

Wie ablegen, wenn der Wind einen mit 4-5 bft Wind gegen die Kaimauer drückt? ganz einfach, ich verholte die Heckankertrosse vom Heck zum Bug und zog mich mit Motorunterstützung gegen den Wind Richtung Anker- gelungenes Manöver , und wieder etwas dazugelernt.

Am Ende der langen Hafeneinfahrt ging es Richtung Norden gegen Welle und Wind 5 aus NO. Ich musste  ca 5 sm  um die Nordspitze von Ios. Ich kam nicht gegen an , trotz Motor und Segel.
An der Nordspitze genau auf Legerwall fiel dann auch noch der Motor aus. Gottseidank hatte wir Freiraum um mit einer Hals von den Felsen wegzukommen. Nochmal richtig Glück gehabt. Motor sprang nicht mehr an.
Unter Segel mussten wir zurück in den Hafen nach Ios . Mein Plan war, irgendwo in der Hafeneinfahrt zu ankern und sich  abschleppen zu lassen bis an die Hafenmauer. Allerdings fahren Ios die schnellen Speedfähren an, und die nehmen keine Rücksicht auf einen kleinen Segler mit Motorproblemen.

Kurz vor der Einfahrt probierte ich nochmal den Motor zu starten, und er sprang an, super.
Unter Motor erreichten wir dann wieder unseren alten Anlegeplatz.

Eine Weiterfahrt ohne Motordurchsicht war mit zu heikel, zumal der Motor schon früher 2 mal einen Aussetzer hatte, und der Mechaniker nie etwas gefunden hat.

Zufällig fand ich in dem kleinen Dorf einen Mechaniker, der auch lange in der BRD bei VW gearbeitet hatte, und auch noch deutsch sprach. Schnell stand fest, dass der interne Kreislauf kein Wasser mehr hatte, aber eine Überhitzung wurde nicht signalisiert. Verlor die Wasserpumpe etwa Wasser? Wir ließen den Motor längere Zeit laufen, kein Wasserverlust war zu sehen.

14.09.16

Was tun ? Hat der Motor eine Macke ? Wo ?
Weil der Wind immer noch mit 4-5 aus Nord wehte,  entschieden wir uns aus Sicherheitsgründen nach Süden zu segeln und einen Ankerplatz an der Südspitze von Ios zu suchen. Das hätte den Vorteil bei anhaltendem Motorproblem nach Kreta zurück zu segeln .

Bei herrlichem Vorwindkurs erreichten wir am Nachmittag den schönen weitläufigen Ankerplatz Manganari im Süden von Ios.
 ...guter Ankerplatz im Stadthafen von Ios
 ...mal von oben

 Ankerplatz von Manganari im Süden von Ios